Dein Kind hat in zwei Stunden dreimal erbrochen und will jetzt trinken. Du gibst ein Glas, es trinkt in einem Zug aus, und fünf Minuten später ist alles wieder draußen. Der erste Reflex ist, mehr zu geben. Genau das funktioniert meistens nicht.

Kurzübersicht

FrageKurze Antwort
Wie lange dauert es?Erbrechen meist 1 bis 2 Tage, Durchfall länger
Wie viel trinken auf einmal?Schluckweise, in kurzen Abständen
Was geben?Wasser, ungesüßter Tee, Elektrolytlösung
Wann wieder essen?Wenn dein Kind es von sich aus möchte
Wann zum Arzt?Blut, Austrocknungszeichen, keine Besserung
Wann wieder in die Kita?48 Stunden nach Abklingen, unter 6 Jahren
Ansteckung?Über Türklinken, Lichtschalter, Wasserhähne

Warum das Glas Wasser nach hinten losgeht

Das ist der Teil, der den Abend verändert. Ein gereizter Magen verträgt keine große Menge auf einmal, und was gerade getrunken wurde, kommt zurück. Danach steht dein Kind schlechter da als vorher.

Also andersherum: kleine Mengen, oft. Das BIÖG empfiehlt, über etwa vier Stunden schluckweise und in kurzen Abständen nur kleinere Mengen zu geben, etwa leicht gesüßten Pfefferminz- oder Kamillentee oder stark verdünnten schwarzen Tee (BIÖG, Erbrechen).

Ein Löffel, ein Fläschchendeckel oder eine Medikamentenspritze ohne Nadel funktionieren dabei besser als ein Becher, denn ein Becher wird gekippt und ausgetrunken.

Bei Durchfall gilt dasselbe Grundprinzip: der Körper verliert Flüssigkeit und Salze, und gerade bei Säuglingen und kleinen Kindern kann das schnell gefährlich werden (BIÖG, Durchfall). Bei viel Durchfall lohnt die Elektrolytlösung aus der Apotheke mehr als Wasser allein.

Wann Essen zurückkommt

Feste Nahrung soll dein Kind erst bekommen, wenn es sie möchte. Kein Zwang, kein Zeitplan, und auch kein tagelanges Hungern, sobald der Appetit zurück ist.

Was in der Zwischenzeit hilft, ist unspektakulär: ein kühles Tuch auf der Stirn gegen Übelkeit und Schwindel, und den Mund mit Wasser oder Tee ausspülen gegen den Geschmack. Wenn dein Kind alt genug ist und mag, hilft auch Zähneputzen dagegen.

Fettiges und stark Gewürztes ist am Anfang die schlechteste Wahl. Zwieback, Reis, Kartoffel, Banane sind die üblichen ersten Sachen, weniger weil sie heilen, mehr weil sie langweilig genug sind.

Zeichen für eine drohende Austrocknung

Das ist der einzige Teil, den man auswendig kennen sollte, weil man den Rest in Ruhe nachlesen kann.

Das BIÖG nennt eine Kombination, die als Alarm taugt: trockener Mund, weiße Haut, Schläfrigkeit und tiefe Atmung durch den Mund.

Dazu kommen: deutlich seltener Wasserlassen, dunkler Urin, Weinen ohne Tränen, und bei Babys eine eingesunkene Fontanelle. Kleine Kinder trocknen schneller aus als Erwachsene, bei Säuglingen kann es schon nach kurzer Zeit gefährlich werden.

Bei nicht gestillten Säuglingen ist früher und mehr Flüssigkeit nötig; gestillte Säuglinge werden häufiger angelegt, weil über das Stillen nach Bedarf genug Milch gebildet wird.

Wann du anrufen solltest

Sofort bei Blut im Erbrochenen oder im Stuhl.

Ebenso bei Austrocknungszeichen, bei starken Bauchschmerzen, und wenn nach etwa drei Tagen keine Besserung eintritt. Erbrechen zusammen mit starken Unterbauchschmerzen kann auch etwas anderes sein, etwa eine Blinddarmentzündung, und gehört deshalb angeschaut.

Fieber und gleichzeitiger Durchfall deuten meist auf eine Magen-Darm-Infektion hin. Wo die Schwelle beim Fieber selbst liegt, steht in Fieber und Husten beim Kind. Und nicht jedes Erbrechen in dem Alter ist ein Infekt: dass Zahnen dafür verantwortlich gemacht wird, kommt oft vor, siehe Zahnen beim Baby. Ob ein Baby wirklich erbricht oder nur spuckt, erklärt Baby spuckt oder erbricht?.

Wann dein Kind wieder in die Kita darf

Hier gibt es in Deutschland eine klare Zahl, und sie ist strenger als die, die im Netz kursiert.

Für Kinder, die das sechste Lebensjahr noch nicht vollendet haben, ist die Wiederzulassung bei infektiöser Gastroenteritis 48 Stunden nach Abklingen der klinischen Symptome möglich (RKI).

Zwei Dinge daran werden regelmäßig falsch gerechnet. Es sind 48 Stunden und nicht 24. Und sie laufen ab der letzten Episode, nicht ab dem Beginn der Erkrankung. Wer am Mittwochabend das letzte Mal erbricht, ist frühestens Freitagabend wieder dran, also praktisch am Montag.

Die britische Empfehlung landet unabhängig davon bei derselben Zahl: mindestens zwei Tage ohne Erbrechen und Durchfall.

Damit es nicht durchs ganze Haus geht

Rota- und Noroviren sind hochansteckend und verbreiten sich vor allem über Schmierinfektionen: nach dem Berühren verschmutzter Gegenstände und Flächen wie Türklinken, Lichtschalter oder Wasserhähne gelangen sie über die Hand in den Mund.

Das heißt: achte in dieser Woche besonders auf häufig berührte Flächen wie Türklinken, Wasserhähne und Lichtschalter, und auf das Spielzeug, das im Mund landet. Dazu häufiges, gründliches Händewaschen bei allen im Haushalt, ein eigenes Handtuch pro Person oder Papierhandtücher, solange es dauert.

Wenn ohnehin gerade jeder Infekt im Haus landet, ordnet U-Untersuchung vorbereiten ein, was du für den nächsten Termin mitschreibst.

Häufige Fehler

Häufige Fragen

Wie lange dauert ein Magen-Darm-Infekt beim Kind?

Das Erbrechen hört meist nach ein bis zwei Tagen auf, der Durchfall braucht länger, oft fünf bis sieben Tage. Beide enden also nicht gleichzeitig. Wenn sich nach etwa drei Tagen gar nichts bessert, gehört das in die Praxis.

Was soll mein Kind nach dem Erbrechen trinken?

Kleine Mengen in kurzen Abständen, schluckweise über etwa vier Stunden. Geeignet sind ungesüßter oder leicht gesüßter Tee, Wasser und bei viel Durchfall eine Elektrolytlösung aus der Apotheke. Große Mengen auf einmal lösen meist erneutes Erbrechen aus.

Wann darf mein Kind wieder essen?

Wenn es von sich aus möchte. Feste Nahrung wird nicht erzwungen, aber auch nicht tagelang vorenthalten, sobald der Appetit zurückkommt. Fettiges und stark Gewürztes ist am Anfang ungeeignet.

Wie unterscheide ich einen Infekt von verdorbenem Essen?

Oft gar nicht, jedenfalls nicht in den ersten Stunden. Lebensmittelbedingte Erkrankungen können nach wenigen Stunden beginnen, je nach Erreger aber auch erst nach einem Tag oder länger, und sie können mit Fieber einhergehen. Der bessere Hinweis ist das Muster im Umfeld: an Essen denkt man vor allem, wenn mehrere Personen, die dasselbe gegessen haben, in einem ähnlichen Zeitraum krank werden. Das Vorgehen ist ohnehin dasselbe, deshalb bringt es mehr, Trinkmenge und Allgemeinzustand im Blick zu behalten, als den Auslöser zu raten.

Wann muss ich sofort ärztlichen Rat holen?

Bei Blut im Erbrochenen oder im Stuhl, bei Austrocknungszeichen wie trockenem Mund, blasser Haut und auffälliger Schläfrigkeit, und bei starken Bauchschmerzen. Bei Säuglingen ist die Schwelle niedriger, weil sie schneller austrocknen. Woran du das bei einem Baby erkennst, steht in Austrocknung beim Baby.

Wann darf mein Kind nach Magen-Darm wieder in die Kita?

Bei Kindern unter sechs Jahren 48 Stunden nach dem Abklingen der Symptome, gerechnet ab der letzten Episode und nicht ab Krankheitsbeginn. Die Einrichtung kann darüber hinaus eigene Regelungen haben.

Wie KidyGrow dir hilft

In dieser Woche brauchst du keine App. Du brauchst einen Löffel, eine Elektrolytlösung und Geduld.

Was trotzdem verloren geht, ist wann die letzte Episode war, und genau ab diesem Moment laufen die 48 Stunden, nach denen Kita und Praxis fragen. Du trägst Erbrechen oder Durchfall mit ein paar Tipps als Symptom ein, die Uhrzeit wird mitgespeichert, und KidyGrow merkt sich die Einträge für dich. Wenn die Kita fragt, schaust du nach, wann der letzte war, statt zwei verschwommene Tage zu rekonstruieren.

Geht derselbe Infekt durchs Haus und sind mehrere Kinder in der App, hat jedes seine eigenen Einträge. Dann beginnt das Gespräch in der Praxis nicht mit „wir hatten alle irgendwas“, sondern damit, wer wann angefangen hat.

Was die App nicht tut: Sie rechnet dir die 48 Stunden nicht aus, stellt keine Diagnose und sagt dir nicht, wann dein Kind wieder in die Kita darf. Das entscheidest du, im Zweifel mit der Praxis, und Wann darf mein Kind nach Krankheit wieder in die Kita? fasst die Regeln zusammen. Dass der Schlaf nach so einer Woche erst einmal durcheinander ist, gehört dazu, und der Leitfaden zum Babyschlaf ordnet ein, was davon zurückkommt.

Ressourcen in Deutschland

Quellen

  1. BIÖG, kindergesundheit-info.de: Durchfall bei Babys und Kleinkindern (abgerufen 2026).
  2. BIÖG, kindergesundheit-info.de: Erbrechen bei Babys und Kleinkindern (abgerufen 2026).
  3. RKI: Empfehlungen für die Wiederzulassung zu Gemeinschaftseinrichtungen gemäß § 34 IfSG (abgerufen 2026).
  4. NHS: Diarrhoea and vomiting (abgerufen 2026).

_Dieser Text dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung._