Die kurze Antwort: ein Kind mit 1 Jahr braucht in 24 Stunden meist 11 bis 14 Stunden Schlaf, verteilt auf die Nacht und ein bis zwei Schläfchen am Tag (AASM, Konsensus 2016). So sieht ein Tag mit 12 bis 18 Monaten meistens aus:

Manche Kinder kommen mit 11,5 Stunden bestens klar. Andere brauchen 14 und kippen bei 13. Eine Woche sagt dir mehr als jeder einzelne Tag.

Kurzübersicht: Schlaf mit 1 Jahr

FrageAntwort
Wie viel Schlaf insgesamt?11 bis 14 Stunden in 24 Stunden, das untere Ende ist in Ordnung, wenn Laune und Verhalten stimmen
Wie viele Schläfchen?Meist zwei, bis etwa zum 13. bis 15. Monat, danach eins; mit 18 Monaten schlafen fast alle nur noch einmal am Tag
Wann ins Bett?Meist zwischen 18:30 und 20:00 Uhr, früher, wenn tagsüber weniger geschlafen wurde
Was zuerst ändern, wenn es schlechter wird?Schlafenszeit 20 bis 30 Minuten früher, drei Nächte lang
Wann in der Praxis anrufen?Anhaltendes Aufwachen plus Erschöpfung am Tag, Schnarchen, Atempausen, Rückschritte in der Entwicklung

Den größeren Zusammenhang über die ersten zwei Jahre gibt der Überblick zum Babyschlaf 0 bis 2 Jahre.

Warum „11 bis 14 Stunden“ eine Spanne ist und kein Ziel

Der Schlafbedarf hängt an Genen, Wachstumsphasen, Kita-Tagen und daran, was das Gehirn gerade lernt. Die American Academy of Sleep Medicine hat die Studienlage durchgesehen und für 1 bis 2 Jahre auf 11 bis 14 Stunden pro 24 Stunden festgelegt, Schläfchen eingeschlossen (Paruthi et al., AASM 2016). Der NHS nennt für die Zeit nach dem ersten Geburtstag 12 bis 15 Stunden (NHS, Helping your baby to sleep). Das BIÖG gibt für 12 Monate einen Durchschnitt von 14 Stunden an, mit zwei oder mehr Tagschläfchen, und für 18 Monate 13,5 Stunden mit einem (BIÖG, Schlafbedarf und Schlafdauer).

Drei Quellen, drei leicht verschiedene Zahlen. Das ist kein Widerspruch, das ist die Spanne.

Und jetzt der Satz vom BIÖG, der in kaum einem Ratgeber steht: Kinder verbringen nicht selten mehr Zeit im Bett, als sie tatsächlich Schlaf brauchen. Dann quengeln sie beim Zubettgehen oder tun sich mit dem Einschlafen schwer. Das Institut empfiehlt in dem Fall ein Schlafprotokoll über zwei bis drei Wochen und, wenn das Kind weniger Schlaf braucht als gedacht, die Zubettgehzeit nach hinten zu schieben. Nicht jedes Kind, das abends eine Dreiviertelstunde im Bett singt, ist übermüdet. Manches ist einfach fertig mit Schlafen.

Praktisch heißt das: Bekommt dein Kind 11,5 Stunden, ist fröhlich, wächst und schläft ohne Kampf ein, dann lass es. Bekommt es 13 Stunden und wirkt trotzdem aufgedreht und erschöpft, liegt das Problem wahrscheinlich in der Verteilung, nicht in der Zahl.

Was wichtiger ist als die Gesamtzahl

Schau auf vier Dinge, bevor du irgendetwas änderst:

Welche Zeichen genau auf Übermüdung zeigen, steht in Übermüdetes Baby: die Anzeichen.

Ein Beispieltag mit 12 Monaten

Ein Beispiel, keine Vorschrift:

UhrzeitWas passiert
6:30Aufwachen
9:30Schläfchen 1 (60 bis 90 Minuten)
13:30Schläfchen 2 (60 bis 90 Minuten)
18:30Abendroutine
19:00Schläft

Der Tag lässt sich in beide Richtungen schieben. Was sich nicht schieben lässt, ohne dass es wehtut, ist der Abstand zwischen dem Ende des letzten Schläfchens und der Nacht. Das BIÖG empfiehlt ab dem 6. Monat, den Tagesschlaf etwa vier Stunden vor dem Nachtschlaf zu beenden, damit das Kind abends überhaupt müde ist (BIÖG, Tipps für eine ruhige Nacht). Ein Schläfchen, das um 16:15 Uhr endet, und eine Schlafenszeit um 19:00 Uhr passen nicht zusammen. Eines von beiden gibt nach.

Von zwei Schläfchen auf eins

Der Übergang passiert meist zwischen 13 und 18 Monaten. Die BIÖG-Tabelle zeigt, wie schnell das geht: mit 12 Monaten sind zwei oder mehr Tagschläfchen die Regel, mit 18 Monaten schlafen 96 Prozent der Kinder nur noch einmal am Tag (BIÖG, Schlafbedarf und Schlafdauer). Dazwischen liegen sechs Monate, in denen fast jede Familie einmal durch diese Umstellung geht.

Zeichen, dass dein Kind bereit ist:

Kein Grund zur Eile. Ein Kind mit 12 Monaten, das einmal das zweite Schläfchen verweigert, hatte einen schweren Tag, keinen Übergang. Der ganze Ablauf, mit Zwischenschritten, steht in Wann brauchen Kleinkinder nur noch einen Mittagsschlaf? Und wenn die Kita einen anderen Rhythmus fährt als ihr zu Hause, hilft Mittagsschlaf in der Kita und zu Hause.

Wachfenster mit 12 bis 18 Monaten

Ein Einjähriges hält meist 3 bis 4 Stunden Wachzeit zwischen zwei Schlafphasen aus. Das letzte Fenster vor der Nacht ist das längste, oft 4 bis 4,5 Stunden. Mehr Wachzeit in dieses letzte Fenster zu stopfen ist die häufigste einzelne Ursache für das Muster „kämpft abends und wacht früh auf“.

Die vollständige Tabelle nach Alter steht in Wachfenster nach Alter.

Zeichen, dass dein Kind mehr Schlaf braucht

Das hier deutet auf chronischen Schlafmangel oder ein Wachfenster, das nicht passt:

Die Lösung ist fast immer eine frühere Schlafenszeit, 20 bis 30 Minuten, drei Nächte lang. Nicht eine spätere.

Zeichen, dass dein Kind genug Schlaf bekommt

Wenn das meiste davon stimmt, lass den Plan in Ruhe. Mehr Schlaf heißt nicht besserer Schlaf.

Wenn-dann: was du zuerst probierst

Geh die Liste von oben nach unten durch. Der erste Punkt, der passt, ist der, den du probierst:

Wenn seit Wochen alles drunter und drüber geht, ist der Kampf ums Zubettgehen meist das Symptom, nicht die Ursache: Kampf ums Zubettgehen: die Ursache finden statt raten.

Was du diese Woche tun kannst

Eine Familie hatte drei Wochen lang jeden Morgen um 5:40 Uhr ein waches Kind im Bett stehen. Verdunkelung gekauft, Schlafenszeit unverändert. Am vierten Morgen: 6:35 Uhr. Manchmal ist es wirklich nur das Rollo.

Was du nicht tun solltest

Wann du in der Kinderarztpraxis anrufst

Die meisten Fragen der Sorte „schläft mein Kind genug?“ lösen sich mit Uhrzeiten. Sprich in der Praxis vor, wenn du siehst:

Die U6 liegt im 10. bis 12. Lebensmonat (BIÖG, Untersuchungstermine), also ohnehin genau in diesem Fenster. Nimm die Schlafzeiten der letzten Woche mit. Ein Blatt mit sieben Zeilen sagt in der Praxis mehr als „schläft schlecht“.

Häufige Fragen

Reichen 10 Stunden Schlaf für ein Kind mit 1 Jahr?

Für die meisten nicht. Die übliche Spanne liegt bei 11 bis 14 Stunden insgesamt, davon bis zu 12 in der Nacht. Ein Kind, das dauerhaft bei 10 Stunden liegt, ist knapp dran, und das zeigt sich meist in der Laune und im nächtlichen Aufwachen. Trotzdem: Ein fröhliches Kind, das gut wächst, leicht einschläft und bei 10,5 Stunden ausgeschlafen aufwacht, liegt vielleicht einfach am unteren Rand der Spanne.

Sollte ein Kind mit 1 Jahr noch zwei Schläfchen machen?

Mit 12 Monaten ja, die meisten brauchen noch zwei. Der Übergang auf eins passiert meist zwischen 13 und 18 Monaten. Wenn dein Kind das zweite Schläfchen ein bis zwei Wochen lang durchgehend bekämpft oder auslässt, ist das das Zeichen, mit dem Übergang anzufangen.

Warum wacht mein Kind mit 1 Jahr um 5 Uhr auf?

Drei übliche Verdächtige: das Zimmer ist nicht dunkel genug (der häufigste), zu viel Tagschlaf (oft ein langes zweites Schläfchen am späten Nachmittag) oder die Schlafenszeit ist zu spät. Übermüdung führt paradoxerweise zu früherem Aufwachen. Probier Verdunkelung und eine 20 bis 30 Minuten frühere Schlafenszeit, bevor du es als Phase abhakst.

Wie lang sollte ein Schläfchen mit 1 Jahr sein?

Tagschlaf insgesamt: 1,5 bis 3 Stunden. Die meisten Einjährigen teilen das entweder in zwei Schläfchen von 60 bis 90 Minuten oder in eines von 90 bis 150 Minuten, je nachdem, wo sie im Übergang stehen.

Macht Zahnen den Schlaf wirklich kaputt?

Manchmal, aber es bekommt viel mehr Schuld, als es verdient. Zahnschmerz dauert typischerweise ein paar Tage pro Zahn, nicht Wochen. Wenn der Schlaf seit drei und mehr Wochen am Stück schlecht ist, sind es fast nie nur die Zähne.

Soll ich mein Kind aus einem langen Schläfchen wecken?

Meist ja, wenn es das zweite ist. Das zweite Schläfchen bei 60 bis 90 Minuten zu beenden schützt die Nacht. Das erste zu deckeln ist selten nötig. Das klassische Muster heißt „langes spätes Schläfchen, dann 30 Minuten und länger Kampf beim Zubettgehen“, und das Wecken löst es in zwei bis drei Tagen.

Wie KidyGrow dir hilft

Um halb sieben abends weißt du nicht mehr, wann das Schläfchen am Dienstag geendet hat. Du weißt nur, dass Dienstag schlimm war.

Trag Schläfchen, Zubettgehen und Aufwachen ein, wie sie passieren. Die App merkt sich die Uhrzeiten und rechnet mit dem Schlaf aus deinen Einträgen, nicht mit einer Tabelle für alle Einjährigen. Nach ein paar Tagen sieht der Abendplan, wenn das zweite Schläfchen langsam ausfällt oder die Schlafenszeit über die Woche nach hinten gerutscht ist, und schlägt die Schlafenszeit für heute daraus vor. Die ersten drei bis fünf Tage kalibrieren nur. Und manchmal findet die App schlicht kein Muster, weil die Woche aus Zahnen, Infekt und Besuch bestand. Dann sagt sie dir das.

Die Frage am Morgen wechselt von „wie war die Woche überhaupt“ zu „so war die Woche, jetzt entscheide ich“.

Quellen

  1. Paruthi, S. et al. / American Academy of Sleep Medicine. (2016). Recommended Amount of Sleep for Pediatric Populations: A Consensus Statement. Journal of Clinical Sleep Medicine. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27250809/
  2. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), Schlafbedarf und Schlafdauer 1 bis 6 Jahre, kindergesundheit-info.de. https://www.kindergesundheit-info.de/themen/schlafen/1-6-jahre/schlafbedarf/
  3. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), Wann Babys einschlafen und durchschlafen: Tipps für eine ruhige Nacht, kindergesundheit-info.de. https://www.kindergesundheit-info.de/themen/schlafen/0-12-monate/schlaftipps/
  4. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), Untersuchungstermine U1 bis U9 und J1. https://www.kindergesundheit-info.de/themen/frueherkennung-u1-u9-und-j1/untersuchungstermine/
  5. NHS, Helping your baby to sleep. https://www.nhs.uk/baby/caring-for-a-newborn/helping-your-baby-to-sleep/
  6. American Academy of Pediatrics, HealthyChildren: Healthy Sleep Habits, How Many Hours Does Your Child Need? https://www.healthychildren.org/English/healthy-living/sleep/Pages/healthy-sleep-habits-how-many-hours-does-your-child-need.aspx