
Heute Abend, Schatz, ziehst du den kuscheligen Schlafanzug an und denkst daran, dass du heute Morgen nass aufgewacht bist. Davon fühlt sich dein Bauch ein bisschen schwer an. „Ich weiß die Lösung!“, sagt Grow sofort. „Trink heute Abend keinen einzigen Tropfen, dann wird auch nichts nass!“ Du schiebst den Becher Wasser weg.

Ein bisschen später ist dein Hals ganz trocken und kratzig, und du kannst an nichts anderes mehr denken als an Durst. „Grow“, sagst du, „das hilft nicht. Jetzt ist nur mein Hals trocken, und ob die Nacht nass wird oder nicht, weiß ich immer noch nicht.“

Grow hält inne. „Du hast recht, das war keine gute Lösung.“ Grow klopft auf die Decke und erklärt, wie es wirklich ist: „Stell dir einen kleinen Becher in dir drin vor. Tagsüber kann dein Becher schon richtig gut halten. Aber die ganze Nacht lang halten, während du schläfst und es nicht einmal merkst, das ist ein viel schwererer Trick. Ein kleiner Schluck vor dem Schlafen ist völlig in Ordnung, nur nicht direkt, bevor du dich hinlegst.“

Zusammen macht ihr eine kleine Karte: ein weiches Tuch mit einer Reihe aufgenähter Sterne, einer für jede Nacht. Heute Abend drehst du den ersten Stern um, und er blitzt ganz winzig in deinen Fingern, egal ob die Nacht nass oder trocken wird, denn das Blitzen gibt es fürs Versuchen und nicht fürs Perfektsein. „Jeder Stern wird umgedreht“, sagt Grow. „Das ist die ganze Regel.“

Du nimmst einen kleinen Mondscheinschluck Wasser, dann noch einmal aufs Klo, bevor du unter die Decke kletterst, und die Sternenkarte liegt neben dir auf dem Nachttisch. Grow zieht die Decke zurecht und fragt: „Sag mal, Schatz ... sind wir heute ein kleines Stück gewachsen?“ Du nickst, müde und leicht. „Und hier ist dein kleiner Schritt für morgen“, sagt Grow. „Heute Abend ein kleiner Mondscheinschluck, dann noch einmal aufs Klo, bevor du ins Bett kletterst.“ Bis morgen, Schatz.
