
Hallo, Schatz. Heute nimmt dich dein Freund Grow mit auf einen Spielplatz mit einer großen, hohen Rutsche. Kleine Tiere klettern hinauf und sausen wuuusch hinunter, und lachen dabei die ganze Zeit. „Höhe macht mir überhaupt nichts aus“, sagt Grow stolz und rennt die Leiter hoch, zwei Sprossen auf einmal.

Ganz oben bleibt Grow stehen, schaut nach unten und erstarrt. Die Pfoten klammern sich am Geländer fest. „Oh je“, sagt Grow leise. „Von hier oben sieht das viel größer aus. Ich kann mich nicht bewegen.“ Du schaust von unten zu, überrascht. Die Rutsche wartet, und Grow rührt sich nicht.

Du kletterst Grow hinterher, eine Stufe nach der anderen, ruhig und langsam. Oben angekommen setzt du dich neben Grow. „Schau nicht nach unten“, sagst du. „Schau nur auf die nächste Stelle. Nur auf die eine.“ Grows Blick wandert vom Ende der Rutsche zu deiner Hand, die auf einen kleinen Punkt ganz in der Nähe zeigt.

Grow holt tief Luft und schaut nur dorthin, wo du hinzeigst, keinen Zentimeter weiter. Eine winzige Bewegung. Dann noch eine. Und ehe irgendwer zählen kann, rutscht Grow, wuuusch, den ganzen Weg hinunter, mit einem überraschten Lachen. „Es hat geklappt!“, ruft Grow nach oben. „Ich schaue nur auf das nächste Stück, nicht auf die ganze Rutsche!“

Du kletterst auch hoch, und diesmal fühlt es sich leichter an, weil du ebenfalls nur auf die nächste Stufe schaust. Die Rutsche ist kein bisschen kleiner geworden, aber derselbe Trick wirkt jetzt bei euch beiden. Dann fragt Grow: „Sag mal, Schatz ... sind wir heute ein kleines Stück gewachsen?“ Ja, seid ihr. „Und hier ist dein kleiner Schritt für morgen“, sagt Grow. „Wenn etwas zu groß aussieht, schau nicht auf das Ganze. Schau nur auf den nächsten kleinen Schritt.“ Bis morgen, Schatz.
